6. 11. 2017
Deutschland

Die Energie liegt am Straßenrand

Entlang der Landes- und Bundesstraßen in der deutschen greenGain Pilotregion Rotenburg (Wümme) wird die Straßenrandpflege durch die regionale Straßenmeisterei organisiert und durchgeführt, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen. Die Arbeit umfasst das Schneiden von Ästen, Totholz, Stockausschlag, so wie auf den Stock setzten, Verjüngen und Entfernen von schwachen Bäumen. Bereits heute wird fast 100 % des dabei in der Region anfallenden Materials für die Energieerzeugung genutzt. In einem praktischen Beispiel wurden bei der Pflege von 15 km Straßenrändern im Landkreis Rotenburg (Wümme) 2.600 m3 Hackschnitzel produziert und dann vor Ort sowie nach Dänemark für 38 €/t verkauft (80 €/t Trockenmasse; 12.5 €/m³).

Diese Produktionskette wird von den beteiligten Akteuren effizient und wirtschaftlich betrieben. Faktoren wie kurzfristige Arbeitseinsätze der Straßenmeisterei (z.B. Winterdienst) und kleinräumige Besitzerstrukturen (unterschiedliche Eigentümer für Straße, Radweg und Feld) erschweren jedoch die Planung. Die Zusammenarbeit mit den beauftragten Drittfirmen kann zudem zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen, wenn z.B. während der Schnittsaison die Arbeitsmenge hoch ist und mehrere Aufträge durch die Drittfirma gleichzeitig ausgeführt werden. Im Falle der beschriebenen Piloterfahrung führte dies zu einem kurzfristigen Arbeitsstopp, über den die Straßenmeisterei jedoch nicht informiert wurde.

Tendenziell führt die Straßenmeisterei mehr Ausschreibungen und Kontrollen aus und weniger tatsächliche Pflegearbeit, da es wirtschaftlicher ist die Arbeit auszulagern. Dies beeinflusst die zukünftige Personalorganisation und erhöht die Bedeutung einer guten und klaren Kommunikation mit Drittunternehmen.

Autor: Aline Clalüna

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