30. 11. 2017
EU

Abschlusskonferenz des Projektes greenGain

Die Abschlusskonferenz des greenGain-Projekts wurde in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Biomasseverband (AEBIOM) im Rahmen der Jahrestagung European Bioenergy Future am 21. 11. 2017 in Brüssel organisiert. Der Titel der greenGain-Session “Biomasse aus Landschaftspflege als erneuerbare Energiequelle“ fasst die Schwerpunkte des greenGain-Projekts der letzten drei Jahre zusammen. Dieser Rohstoff stellt ein interessantes, ergänzendes Material für lokale Bioenergieproduzenten dar. Das erhöhte Bewusstsein der involvierten Interessengruppen ist eine wichtige Voraussetzung, um dieses Materialien nutzen zu können. Ohne Kommunikation und Kooperation zwischen Gemeinden, Dienstleistungsunternehmen und Bioenergieproduzenten wird die Marktakzeptanz von Landschaftspflegematerial kaum ihr volles Potenzial erreichen. Aus diesem Grund sind stabile rechtliche Rahmenbedingungen zur Förderung erneuerbarer Energien in der EU notwendigen, um die Entwicklung eines dichten Netzes von Biomasseverbrauchern zu ermöglichen.

Abbildung 1: Gruppenbild mit Referenten und Projektpartnern and der greenGain Abschlusskonferenz (Foto: Adam Moravec)

Die Referenten/innen stellten interessante Ergebnisse des greenGain-Projekts vor und teilten Erfahrungen aus verschiedenen europäischen Regionen mit. Sie zeigten auf, wie Biomasserückstände aus der Landschaftspflege für die Erzeugung erneuerbarer Energien verstärkt auf den Markt gebracht werden können. Im ersten Teil der Konferenz wurde Bioenergie in der EU im breiten Kontext vorgestellt und gefolgt von konkreten Beispielen erfolgreicher Initiativen, die diesen Biomassetyp nutzen.

Die richtigen Rahmenbedingungen

Im ersten Teil des Tages wurde die allgemeine Lage der Bioenergie in der EU vorgestellt und Strategien beschrieben, die die energetische Verwendung von Landschaftspflegematerial in europäischen Ländern erleichtern. Zudem wurden Möglichkeiten und Geschäftsfelder für Unternehmen vorgestellt.

Christiane Volkmann von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und Koordinatorin des Projekts eröffnete den Tag mit einer Einführung zu greenGain und seinen Hauptaufgaben.

Abbildung 2: Christiane Volkmann, Koordinatorin des greenGain-Projektes

Thomas Schleker von der Generaldirektion für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission hat die aktuelle und zukünftige Unterstützung in diesem Bereich für Bioenergie und erneuerbaren Kraftstoffen im Rahmen des Programms „Horizont 2020“ im Detail für den Bereich „Kohlenstoffarm“ beleuchtet.

Wibke Baumgarten von der FNR stellte anschliessend die allgemeinen Situationen von Bioenergie und Biomasse aus der Landschaftspflege in den EU-Ländern und Regionen vor.

Christiane Volkmann übernahm ein weiteres mal das Wort und fasste die Rahmenbedingungen für Politik, Finanzen und Regierung zusammen, welche für die Energieproduktion und eine verstärkte Marktakzeptanz von Landschaftspflegematerial nötig sind.

Klaus Lenz, Leiter des Beratungsunternehmens SYNCOM, machte auf Geschäftsszenarios bei der Nutzung dieses Biomassetypes aufmerksam und zeigte wie das Material in Wert umgesetzt werden kann.

Abbildung 3: Klaus Lenz präsentiert Geschäftsszenarien bei der Nutzung von Landschaftspflegematerial

Regionale Erfahrung, Europäische Lösungen

In der zweiten Hälfte der Konferenz wurde die Aufmerksamkeit auf praktisch umgesetzte Initiativen aus europäischen Regionen gerichtet, die bereits Erfahrungen mit der Nutzung von Biomasse aus Landschaftspflegearbeiten gesammelt und das anfallende Material in ihre Energiesysteme integriert haben.

Maider Gomez des Spanischen Forschungszentrums CIRCE fasste die wichtigsten Ergebnisse der Biomasse-Potentialabschätzungen und der Piloterfahrungen zusammen, die im Rahmen von greenGain durchgeführt wurden. Die dafür nötigen Daten wurden in den spanischen Regionen Bajo Aragón und Matarraña, in den deutschen Regionen Friesland und Rotenburg (Wümme), der Trasimeno Gemeinschaft in Italien und der tschechischen Gemeinde Kněžice in Böhmen gesammelt.

Aline Clalüna von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete ausführlich über die Erfolge und Herausforderungen der Hackschnitzelproduktion aus der Wallhecken/Knick-Pflege im Landkreis Friesland.

Federico De Filippi, Projektleiter für SOGESCA, hatte dann die Gelegenheit über die Gründung eines Biomassehandels- und Logistikzentrums in Umbrien, Italien, zu sprechen. Der zweite Teil des Treffens wurde schließlich vom Gastredner Juanjo Mayans vervollständigt, der seine Erfahrungen beim Aufbau eines erfolgreichen Bioenergieprojekts auf der Basis von Holzpellets in der Serra-Gemeinde in Spanien teilte.

Christiane Volkmann schloss die Veranstaltung mit einem Verweis auf die Projektwebseite und die greenGain.eu INFORMATIONSPLATTFORM, wo alle Ergebnisse des greenGain-Projektes zur Verfügung stehen.

Die Abschlusskonferenz war ein voller Erfolg und eine großartige Gelegenheit für die 60 registrierten Teilnehmer so wie für die Besucher der parallel laufenden Bioenergiekonferenz einen Überblick über die Hauptziele und Fortschritte des greenGain-Projekts und den großen Nutzen der Energieproduktion mit Landschaftspflegematerial zu erhalten.

Autor: Jan Doležal, Tschechischer Biomasseverband (CZ Biom)

Präsentationen

Thomas Schleker, Europäische Kommission

Wibke Baumgarten, FNR

Christiane Volkmann, FNR

Klaus Lenz, SYNCOM

Maider Gomez, CIRCE

Aline Clalüna, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Federico De Filippi, SOGESCA

Juanjo Mayans, Serra

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