Projekt

GreenGain zielt darauf ab, Biomasse von öffentlichen Flächen, wie Straßenbegleitgrün und Landschaftspflegematerial, in der EU zu mobilisieren und deren energetischen Nutzung zu fördern. Dazu werden verstärkt die regionale und lokalen Akteure, Erzeuger und Abnehmer einbezogen. Neben der Bestandsaufnahme der verfügbaren Potentiale steht die Erarbeitung von Piloterfahrungen in Modellregionen im Vordergrund. Die Zielgruppen sind insbesondere regionale, öffentliche Verwaltungen oder andere Akteure, die für die Landschaftspflegemaßnahmen im öffentlichen Interesse zuständig sind. Weitere Akteure sind Unternehmen mit Bezug zu Erntetechnik, Logistik, Lagerung und Konversion sowie die Zivilgesellschaft.

Das dreijährige Projekt startete am 1. Januar 2015 und wird aus dem Europäischen Programm Horizon 2020 finanziell unterstützt. Die Projektpartner ermitteln die Potentiale der Biomasse aus Landschaftspflegemaßnahmen und Straßenunterhaltung sowie die optimalen Verwertungsmethoden. Darüber hinaus sollen Markteintrittsbarrieren ermittelt und Empfehlungen erarbeitet werden wie diese Hindernisse überwunden werden können.

Überblick
Förderprogramm:                        Horizont 2020
Fördervolumen:                           1,8 Mio. €
Laufzeit:                                      36 Monate (01/2015 – 12/2017)
Beteiligung:                                 8 Partner aus 4 Ländern

Schwerpunkt

Holzige und krautartige Biomasse ausschließlich aus der Landschaftspflege (inkl. Felder und Wälder), welche im öffentlichen Interesse durchgeführt wird, wie z.B.

  • Straßenbegleitgrün,
  • Biomasse aus Gewässerkrautungen,
  • Grünschnitt von Stromtrassen, Parkanlagen und anderen Naherholungsflächen, Friedhöfen und privaten Gärten.
  • Keine Rückstände von Plantagen und Ernte eines wirtschaftlichen Produktes, außer die Plantagen tragen zum Landschaftsbild bei und müssen entsprechend gepflegt werden.

Hauptzielgruppen

Regionale und lokale Akteure, die für die Landschaftspflege und die Verwertung bzw. Beseitigung der Biomasse in ihrer Region zuständig sind. Zusätzlich sind Dienstleiter, Landwirte, Waldbesitzer, Vereine, NGOs, Energieproduzenten und Konsumenten angesprochen.

Ziele

  • Förderung der Erschließung, Koordination und Marktaufnahme von ungenutzten Biomasseressourcen aus Landschaftspflegemaßnahmen im öffentlichem Interesse, um deren energetischen Verwertung zu stärken
  • Mobilisierung von Biomasse, welche nicht mit der Lebens- und Futtermittelproduktion konkurriert
  • Wissensplattform, welche Themen, wie die Logistik von der Ernte bis zur Umwandlung in Energie, die Finanzierung & rechtliche Rahmenbedingungen abdeckt
  • Unterstützung von lokalen Regierungsprozessen & Entwicklung von Maßnahmen für eine aktive/unterstützende Bürgerbeteiligung

Arbeitspakete (AP)

AP1:      Projektmanagement

Das Ziel dieses Arbeitspaketes ist es in enger und positiver Zusammenarbeit mit den Projektpartnern die Umsetzung und Erfüllung der Projektziele, Leistungen und Ergebnisse zu leiten, zu ermöglichen und zu koordinieren. Die FNR als Koordinator ist das verantwortliche Organ und der Kontaktpunkt für die Europäische Kommission.

AP2:      Verbreitung und Verwendung der Ergebnisse

Die Aktivitäten in AP2 konzentrieren sich auf die Kommunikation, Verbreitung und Verwertung  von Projektergebnissen. Die Hauptempfänger sind Experten, Ämter, Unternehmen und die allgemeine Öffentlichkeit in den EU28 Mitgliedstaaten. Das Hauptziel ist es das Bewusstsein für die Potenziale der energetischen Nutzung von Biomasse aus Landschaftspflegemaßnahmen zu steigern. Die wichtigsten Werkzeug zur Verbreitung von Inhalten sind die Projektwebseite greenGain.eu, periodische Newsletter und öffentliche Veranstaltungen wie Workshops und Konferenzen.

AP3:      Schaffung einer europäischen Wissensplattform für Landschaftspflegematerial & Engagement von Akteuren der Landschaftspflege

AP3 ermöglicht den wichtigen Austausch von Information und Erfahrungen zwischen relevanten Akteuren außerhalb des Projektes und zwischen diesen Akteuren und dem Projekt greenGain. Das Ziel ist es ein europäisches Expertennetzwerk zu erstellen, um den Austausch von Wissen über die Nutzung von Biomasse aus der Landschaftspflege zu erleichtern. Was muss bei der Nutzung dieser Art von Biomasse beachtet werden? Was sind die Schlüsselelemente der Wertschöpfungskette? greenGain wird zwei zusammenfassende Dokumente erstellen, welche diese Fragen beantworten. Ein Leitfaden mit bewährten Verfahrensweisen, welcher zur Förderung und zum Erfolg der Nutzung von Landschaftspflegematerial beitägt, beschreibt Richtlinien, unterstützende Mechanismen, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen und weitere für die Umsetzung relevante Aspekte. Zweitens wird ein Handbuch verfasst, welches die Logistik und Vorgänge der verschiedenen Produktionsketten von Landschaftspflegemaßnahmen beschreibt. Damit sollen nachhaltige Alternativen für die Ernte, den Umgang und die Bearbeitung von verschiedenen Biomasseressourcen aufgezeigt werden.

AP4:      Rohstoffpotenzial und beste Nutzung der Umwandlungswege zu Bioenergie

In AP4 beschäftigt sich greenGain mit den verschiedenen Wegen wie Biomasse aus der Landschaftspflege als Quelle für Bioenergie genutzt werden kann. In einem ersten Schritt wird verfügbare Information mit Hilfe von Internet- und Literaturrecherchen, Interviews und dem Wissen aus vorhergehenden Projekten analysiert. Anschließend werden die verschiedenen Wege, wie Biomasse umgewandelt werden kann, untersucht. Ist der Verbrauch in lokalen Biogasanlagen besser als eine Vorbehandlung und anschließender Transport zu einer zentralen Anlage in einer anderen Region? Was sind die Erfolgskriterien, um die Verarbeitungswege erfolgreich in die Praxis umzusetzen? Modellierungen der Verwertungswege werden für die Bewertung der wirtschaftlichen und ökologischen Kosten verwendet. Nachdem diese Kriterien identifiziert wurden, sollen sie für andere Regionen in den EU28 Staaten angepasst werden. Schließlich werden Geschäftsmodelle für die energetische Nutzung von Biomasse aus der Landschaftspflege für verschiedene Regionen in den EU28 Mitgliedstaaten ausgearbeitet.

AP5:      Piloterfahrungen für die Marktversorgung von Biomasse aus Landschaftspflege

In AP5 werden in den sieben Modelregionen in vier europäischen Ländern Piloterfahrung zur energetischen Nutzung von Biomasse aus der Landschaftspflege gesammelt: Spanien (Matarraña und Bajo Aragón), Italien (Region Trasimeno), Deutschland (Friesland und Rotenburg (Wümme)) und Tschechische Republik (Kněžice und Vltavotýnsko). In aktiver Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Behörden wurden die verschiedenen Biomasse-Typen aus der lokalen Landschaftspflege bestimmt. Die wichtigsten und realistischen Biomasse-Typen werden Gegenstand von genaueren Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit, Gesetzeslage und Nachhaltigkeit ihrer Nutzung sein. Auf Grundlage eines vielversprechenden Biomasse-Typs sollen in den jeweiligen Regionen Piloterfahrungen gesammelt werden indem Versorgungsketten umgesetzt, beobachtet und bewertet werden.

AP6:      Politik, Finanzen, Lenkung und öffentliche Akzeptanz

Das Hauptziel von AP6 ist die Verstärkung der regionalen, nationalen und EU Politik durch eine systematische Analyse der rechtlichen, politischen und finanziellen Rahmenbedingung in den Modellregionen und den EU28 Staaten, hinsichtlich der energetischen Nutzunf von Landschaftspflegematerial. Dieses AP wird Empfehlung zu geeigneten und praxisorientierten Verbesserungen der nachhaltigen Versorgung durch Biomasse aus der Landschaftspflege an die Europäische Kommission geben. Ein Strategiepapier über den Umgang mit Schwachstellen in nationalen und EU Strategien und Gesetzeslagen soll entwickelt und der Europäischen Kommission und nationalen Entscheidungsträgern präsentiert werden. Die Ergebnisse werden in den Modelregionen umgesetzt und in nationalen Workshops und anderen Veranstaltungen präsentiert und diskutiert.

Rolle der Modellregionen

Bild3

  • Umsetzung von Maßnahmen zur besseren energetischen Nutzung von Landschaftspflegematerial
  • Aufbau eines zuverlässigen Datenbestands bzgl. der Verfügbarkeit von Landschaftspflegematerial in den Regionen
  • Entwicklung maßgeschneiderter Finanzierungskonzepte
  • Umsetzung der analysierten Logistik/Speicherung in den nachhaltigsten Nutzungspfaden und Verwertungsstrategien
  • Umsetzung der identifizierten Maßnahmen der öffentlichen Beteiligung & der guten Regierungsführung
  • Umsetzung der entwickelten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards

Beschreibung der Modellregionen:

Bajo Aragón

Matarraña

Friesland

Rotenburg (Wümme)

Kněžice

Týn nad Vltavou

Trasimeno